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Der künstlerische Beitrag aus dem Beni

 Beni bietet nicht nur atemberaubende Landschaften, exotische Fauna und Flora und tropisches Klima. Aus Beni kommen auch bedeutende und sehr bekannte Künstler wie Schriftsteller, Geschichtsforscher, Theaterdirektoren und Schauspieler, sowie Musiker und Dichter. Die Auflistung könnte unzählige Blätter umfassen, deshalb haben wir uns auf fünf wichtige Kulturpersönlichkeiten konzentriert, und um ihren talentierten Beitrag zur bolivianischen Kultur zu würdigen, haben wir eine kurze aber intensive Recherche durchgeführt, deren Ergebnisse in den nächsten Zeilen zu lesen ist.  
*Luciano Duran Böger war einer der wichtigsten Schriftsteller, Romanautoren, Dichter und Essayisten des 20. Jahrhunderts. Er wurde in der kleinen Stadt Santa Ana del Yacuma in Beni am 12. November 1904 geboren und starb 1996 in La Paz. Wie eines seiner Enkelkinder uns bestätigte, war seine Mutter - Aurora Böger Rivero- deutsch-schweizer Herkunft. Jedoch war seine poetische Stimme vollkommen vom Beni geprägt: warm, überschwänglich und voller Licht, außerdem rebellisch und romatisch-revolutionär, und das kann man in diesem Vers spüren: „Viniste hacia mí con el tranquilo paso del agua entre las yerbas“ (Du kamst mit dem ruhigen Gang von Wasser durch das Gras zu mir).
*Eine andere Stimme aus dem Beni: “En las playas desiertas del Beni, un viajero de pálida faz, que al mecerse en su hamaca pensaba en su amor y su tierra natal” (An den einsamen Stränden von Beni, ein Reisender von blassem Gesicht, der sich in seiner Hängematte schaukelte und an seine Liebe und seine Heimat dachte). Obwohl dieser Liedtext von einem Autor aus Cochabamba stammt, wurde seine rhythmische Walzermelodie von Lola Sierra Chávez de Méndez komponiert und ist bis jetzt als der zweite Hymne in Beni berücksichtigt. Diese auffallende Komponistin, Autodidaktin, hervorragende Pianistin und Autorin kam am 24. Dezember 1914 in Trinidad, der Hauptstadt Benis zur Welt.
*Cachuela Esperanza (Stromschnellen der Hoffnung) war das Zentrum des bolivianischen Kautschuk-Imperiums zwischen 1872 und 1920. Dort erblickte Eugen Gomringer am 20. Januar 1925 das Licht der Welt. Der Dichter deutsch-schweizer Abstammung ist seit 1951 weltweit als der Vater der konkreten Poesie bekannt und sein Werk hat bis heute überwiegend in Deutschland gewirkt.
"Ich habe keine Erinnerungen, ich ging in die Schweiz als ich zweieinhalb Jahre alt war“, erzählte Gomringer 2013 über seinen Geburtsort Beni, immerhin weiß er noch, dass seine Haustiere ein Faultier und ein zahmer Tiger in Cachuela Esperanza waren. Wie er auch in seinem biografischen Bericht Kommandier(t) die Poesie! (2006) erklärte, wollte sein Vater nicht, dass sein Sohn im “Dschungel” aufwuchs, deshalb wurde Eugen zu seinen Großeltern in die Schweiz geschickt. Sein Vater kam nach Beni während des Kautschuk-Booms und heiratete eine “beniana” (eine Frau aus Beni), die nie lesen und schreiben lernte.
Gomringer, auch als „el beniano genial“ (der geniale Benianer) erkannt, lebt seit mehr als 40 Jahren in Deutschland und ist einer der bedeutendsten Lyriker und Kunstkenner der Gegenwart. Ein tolles Beispiel seiner konkreten Poesie ist seine Grammatische Konfession:
dabei sein mittun   
  
dabei sein
dabei gewesen
waren dabei
waren dabei gewesen

mittun
mitgetan
taten mit
hatten mitgetan
dabei sein mittun
dabei gewesen mitgetan

waren dabei taten mit
waren dabei gewesen hatten mitgetan
werden dabei sein
werden mittun
werden dabei gewesen sein
werden mitgetan haben

*Auch im 20. Jahrhundert gebar der Beni markante Literaten. Pedro Shimose Kawamura wurde am 30. März 1940 in der Mittelstadt Riberalta (hohes Ufer) geboren. Shimose ist einer der wichtigsten Schriftsteller, Dichter und bolivianischen Komponisten der Gegenwart in Bolivien. Seine Eltern waren Laida Kawamura Rodríguez und der japanische Auswanderer Ginkichi Shimose. Pedro Shimose war einer der wenigen bolivianischen Autoren, dessen poetisches Werk 1972 von dem renommierten literarischen Preis aus Kuba Casa de las Américas anerkannt wurde. Seine Poesie ist politisch inspiriert und dreht sich um nationale Identität und soziale Befreiung. Manche von seinen Bücher wurden ins Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch, Arabisch, Türkisch und Niederländisch übersetzt. Sein Gedicht Manifestación (Demonstration) schrieb er schon vor einigen Jahren, das Thema passt (leider) vollkommen auf die aktuelle Realität Boliviens:

Con la rabia en el ají,
salgo con mi cóndor bajo el brazo,
cruzo la calle con una piedra en la mano,
camino con un policía vigilándome el hambre,
busco el oído y el ojo de la noche,
pego carteles, corro por las plazas,
grito con una brasa en la lengua,
pinto las paredes: “viva el Che”
me dan agua en manguera,
soy el fuego;
me dan relámpago en humo,
soy la tierra;
me abren una herida donde sea,
soy el pueblo;
me persiguen, me encarcelan, me torturan.
Mit der Tollwut des Chili,
gehe ich mit meinem Kondor unter meinem Arm,
ich überquere die Straße mit einem Stein in der Hand,
ich laufe die Straße während ein Polizist meinen Hunger beobachtet,
ich suche das Ohr und das Auge der Nacht,
ich hänge Poster, und laufe durch die Straßen,
ich schreie mit Feuer in der Zunge,
ich streiche die Wände: es lebe der Che
ich bekomme Wasser aus dem Schlauch,
ich bin das Feuer;
ich bekomme Blitz in Rauch,
ich bin die Erde;
mir wird eine Wunde geöffnet
ich bin das Volk;
sie verfolgen mich, sie halten mich gefangen, sie foltern mich.

(Auszug von Manifestación)

*Seit über 40 Jahren steht David Mondacca auf der Theaterbühne in Bolivien und obwohl er seine ganze künstlerische Karriere überwiegend in La Paz machte und immer noch macht, liegt sein Geburtsort in Beni. Der introvertierte Junge Mondacca fing 1973 mit dem Theater an und seitdem hat er nie aufgehört. Seine erfolgreichsten Aufführungen waren die Trilogie über die Arbeit von Jaime Saenz, einem bekannten Autor aus La Paz, bestehend aus: No le digas (1998), Santiago de Machaca (2001) und Los cuartos (2004). 2011 präsentierte er das Theaterstück Aparapita (Gepäckverlader) basiert auf dem Roman Felipe Delgado von Jaime Saenz. Mondacca wurde 2004 als Theaterbotschafter für die Welt in den 15. Internationalen Theaterspielen in Puerto Montt, Chile nominiert. 2009 gewann er den Dramatikerpreis Adolfo Costa Du Rels mit seinem Werk El santo del cuerno (Der Heilige des Hornes), das Stück basiert auf einer Reihe von Lebenserfahrungen der Schuhputzer. Er ist auch in mehreren bolivianischen und internationalen Filmen aufgetreten (2003: Alma y el Viaje al Mar von Diego Torres; 1997: El Día Que Murió el Silencio von Paolo Agazzi; 1996: El Triángulo del Lago von Mauricio Calderón, u.a.). Er ist auch ein leidenschaftlicher Puppenspieler. Seine Arbeit ist tadellos, sowie er selbst sagt: “Somos efímeros como el teatro por eso hay que ser impecables“ (Wir sind kurzlebig wie das Theater und deshalb müssen wir tadellos sein).

Andere sehr bekannte Künstler aus Beni sind die Sänger Carmencita Justiniano und Miltón Cortez, die Geschichtsforscher José Chávez Suárez, Medardo Chávez und Manuel Limpias Saucedo, die Romanautoren Roger de Barneville, Víctor Hugo Libera und Ruber Carvahlo, die Erzähler Félix Bascopé, Gonzalo Cuéllar und Ignacio Callaú, die Dichter Fabian Vaca Chávez, Hormando Ortiz Chávez, Horacio Rivero Egüez und Mery Monje sowie die jüngere Generation von Nicómedes Suárez Araúz, Selva Velarde, Arnaldo Mejía, Homero Carvalho, Carolina Barthelemy, Roxana Selum und Rosario Aquin repräsentiert; die Essayisten César Chávez Taborga, Antonio Carvalho, Hugo Lijerón und Arnaldo Lijerón, der Plastiker Franklin Muñoz außerdem die Künstler Gil und Jorge Coimbra, José Moreno und Valia Carvalho.  



Quellen:


(Artículo publicado en Monatsblatt, publicación del Centro Cultural Alemán / No. 3 - 2016) 

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