5 de octubre de 2016

Der künstlerische Beitrag aus dem Beni

 Beni bietet nicht nur atemberaubende Landschaften, exotische Fauna und Flora und tropisches Klima. Aus Beni kommen auch bedeutende und sehr bekannte Künstler wie Schriftsteller, Geschichtsforscher, Theaterdirektoren und Schauspieler, sowie Musiker und Dichter. Die Auflistung könnte unzählige Blätter umfassen, deshalb haben wir uns auf fünf wichtige Kulturpersönlichkeiten konzentriert, und um ihren talentierten Beitrag zur bolivianischen Kultur zu würdigen, haben wir eine kurze aber intensive Recherche durchgeführt, deren Ergebnisse in den nächsten Zeilen zu lesen ist.  
*Luciano Duran Böger war einer der wichtigsten Schriftsteller, Romanautoren, Dichter und Essayisten des 20. Jahrhunderts. Er wurde in der kleinen Stadt Santa Ana del Yacuma in Beni am 12. November 1904 geboren und starb 1996 in La Paz. Wie eines seiner Enkelkinder uns bestätigte, war seine Mutter - Aurora Böger Rivero- deutsch-schweizer Herkunft. Jedoch war seine poetische Stimme vollkommen vom Beni geprägt: warm, überschwänglich und voller Licht, außerdem rebellisch und romatisch-revolutionär, und das kann man in diesem Vers spüren: „Viniste hacia mí con el tranquilo paso del agua entre las yerbas“ (Du kamst mit dem ruhigen Gang von Wasser durch das Gras zu mir).
*Eine andere Stimme aus dem Beni: “En las playas desiertas del Beni, un viajero de pálida faz, que al mecerse en su hamaca pensaba en su amor y su tierra natal” (An den einsamen Stränden von Beni, ein Reisender von blassem Gesicht, der sich in seiner Hängematte schaukelte und an seine Liebe und seine Heimat dachte). Obwohl dieser Liedtext von einem Autor aus Cochabamba stammt, wurde seine rhythmische Walzermelodie von Lola Sierra Chávez de Méndez komponiert und ist bis jetzt als der zweite Hymne in Beni berücksichtigt. Diese auffallende Komponistin, Autodidaktin, hervorragende Pianistin und Autorin kam am 24. Dezember 1914 in Trinidad, der Hauptstadt Benis zur Welt.
*Cachuela Esperanza (Stromschnellen der Hoffnung) war das Zentrum des bolivianischen Kautschuk-Imperiums zwischen 1872 und 1920. Dort erblickte Eugen Gomringer am 20. Januar 1925 das Licht der Welt. Der Dichter deutsch-schweizer Abstammung ist seit 1951 weltweit als der Vater der konkreten Poesie bekannt und sein Werk hat bis heute überwiegend in Deutschland gewirkt.
"Ich habe keine Erinnerungen, ich ging in die Schweiz als ich zweieinhalb Jahre alt war“, erzählte Gomringer 2013 über seinen Geburtsort Beni, immerhin weiß er noch, dass seine Haustiere ein Faultier und ein zahmer Tiger in Cachuela Esperanza waren. Wie er auch in seinem biografischen Bericht Kommandier(t) die Poesie! (2006) erklärte, wollte sein Vater nicht, dass sein Sohn im “Dschungel” aufwuchs, deshalb wurde Eugen zu seinen Großeltern in die Schweiz geschickt. Sein Vater kam nach Beni während des Kautschuk-Booms und heiratete eine “beniana” (eine Frau aus Beni), die nie lesen und schreiben lernte.
Gomringer, auch als „el beniano genial“ (der geniale Benianer) erkannt, lebt seit mehr als 40 Jahren in Deutschland und ist einer der bedeutendsten Lyriker und Kunstkenner der Gegenwart. Ein tolles Beispiel seiner konkreten Poesie ist seine Grammatische Konfession:
dabei sein mittun   
  
dabei sein
dabei gewesen
waren dabei
waren dabei gewesen

mittun
mitgetan
taten mit
hatten mitgetan
dabei sein mittun
dabei gewesen mitgetan

waren dabei taten mit
waren dabei gewesen hatten mitgetan
werden dabei sein
werden mittun
werden dabei gewesen sein
werden mitgetan haben

*Auch im 20. Jahrhundert gebar der Beni markante Literaten. Pedro Shimose Kawamura wurde am 30. März 1940 in der Mittelstadt Riberalta (hohes Ufer) geboren. Shimose ist einer der wichtigsten Schriftsteller, Dichter und bolivianischen Komponisten der Gegenwart in Bolivien. Seine Eltern waren Laida Kawamura Rodríguez und der japanische Auswanderer Ginkichi Shimose. Pedro Shimose war einer der wenigen bolivianischen Autoren, dessen poetisches Werk 1972 von dem renommierten literarischen Preis aus Kuba Casa de las Américas anerkannt wurde. Seine Poesie ist politisch inspiriert und dreht sich um nationale Identität und soziale Befreiung. Manche von seinen Bücher wurden ins Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch, Arabisch, Türkisch und Niederländisch übersetzt. Sein Gedicht Manifestación (Demonstration) schrieb er schon vor einigen Jahren, das Thema passt (leider) vollkommen auf die aktuelle Realität Boliviens:

Con la rabia en el ají,
salgo con mi cóndor bajo el brazo,
cruzo la calle con una piedra en la mano,
camino con un policía vigilándome el hambre,
busco el oído y el ojo de la noche,
pego carteles, corro por las plazas,
grito con una brasa en la lengua,
pinto las paredes: “viva el Che”
me dan agua en manguera,
soy el fuego;
me dan relámpago en humo,
soy la tierra;
me abren una herida donde sea,
soy el pueblo;
me persiguen, me encarcelan, me torturan.
Mit der Tollwut des Chili,
gehe ich mit meinem Kondor unter meinem Arm,
ich überquere die Straße mit einem Stein in der Hand,
ich laufe die Straße während ein Polizist meinen Hunger beobachtet,
ich suche das Ohr und das Auge der Nacht,
ich hänge Poster, und laufe durch die Straßen,
ich schreie mit Feuer in der Zunge,
ich streiche die Wände: es lebe der Che
ich bekomme Wasser aus dem Schlauch,
ich bin das Feuer;
ich bekomme Blitz in Rauch,
ich bin die Erde;
mir wird eine Wunde geöffnet
ich bin das Volk;
sie verfolgen mich, sie halten mich gefangen, sie foltern mich.

(Auszug von Manifestación)

*Seit über 40 Jahren steht David Mondacca auf der Theaterbühne in Bolivien und obwohl er seine ganze künstlerische Karriere überwiegend in La Paz machte und immer noch macht, liegt sein Geburtsort in Beni. Der introvertierte Junge Mondacca fing 1973 mit dem Theater an und seitdem hat er nie aufgehört. Seine erfolgreichsten Aufführungen waren die Trilogie über die Arbeit von Jaime Saenz, einem bekannten Autor aus La Paz, bestehend aus: No le digas (1998), Santiago de Machaca (2001) und Los cuartos (2004). 2011 präsentierte er das Theaterstück Aparapita (Gepäckverlader) basiert auf dem Roman Felipe Delgado von Jaime Saenz. Mondacca wurde 2004 als Theaterbotschafter für die Welt in den 15. Internationalen Theaterspielen in Puerto Montt, Chile nominiert. 2009 gewann er den Dramatikerpreis Adolfo Costa Du Rels mit seinem Werk El santo del cuerno (Der Heilige des Hornes), das Stück basiert auf einer Reihe von Lebenserfahrungen der Schuhputzer. Er ist auch in mehreren bolivianischen und internationalen Filmen aufgetreten (2003: Alma y el Viaje al Mar von Diego Torres; 1997: El Día Que Murió el Silencio von Paolo Agazzi; 1996: El Triángulo del Lago von Mauricio Calderón, u.a.). Er ist auch ein leidenschaftlicher Puppenspieler. Seine Arbeit ist tadellos, sowie er selbst sagt: “Somos efímeros como el teatro por eso hay que ser impecables“ (Wir sind kurzlebig wie das Theater und deshalb müssen wir tadellos sein).

Andere sehr bekannte Künstler aus Beni sind die Sänger Carmencita Justiniano und Miltón Cortez, die Geschichtsforscher José Chávez Suárez, Medardo Chávez und Manuel Limpias Saucedo, die Romanautoren Roger de Barneville, Víctor Hugo Libera und Ruber Carvahlo, die Erzähler Félix Bascopé, Gonzalo Cuéllar und Ignacio Callaú, die Dichter Fabian Vaca Chávez, Hormando Ortiz Chávez, Horacio Rivero Egüez und Mery Monje sowie die jüngere Generation von Nicómedes Suárez Araúz, Selva Velarde, Arnaldo Mejía, Homero Carvalho, Carolina Barthelemy, Roxana Selum und Rosario Aquin repräsentiert; die Essayisten César Chávez Taborga, Antonio Carvalho, Hugo Lijerón und Arnaldo Lijerón, der Plastiker Franklin Muñoz außerdem die Künstler Gil und Jorge Coimbra, José Moreno und Valia Carvalho.  



Quellen:


(Artículo publicado en Monatsblatt, publicación del Centro Cultural Alemán / No. 3 - 2016) 

11 de septiembre de 2016

Schönstes Buch des Jahres: La vida de las cosas

Die Taschenlampe eines Überlebenden“ ist die Überschrift der ersten von den 50 Geschichten die das Buch „La vida de las cosas“ (Das Leben von den Dingen) vom spanisch-bolivianischen Chronist Alex Ayala beinhaltet. „Die erste Geschichte ist immer etwas Besonderes“, sagt der Autor zu dieser Chronik, in der er zum Teil die Odyssee von Minor Vidal erzählt, als er mit der Taschenlampe die unendliche Dunkelheit im Dschungel erhellen konnte, nachdem das kleine Flugzeug, in dem er flog, abstürzte. Er war der einzige Überlebende der Tragödie und die Taschenlampe blieb als Erinnerung in den Händen von Marco Alberto Montellano, der zu dieser Zeit als Berater des Verteidigungsministeriums die Suchaktion nach dem Flieger und Überlebenden mitorganisierte.
Das Buch
Alex Ayala beschreibt in diesem Buch die alltäglichen Manien und Erlebnisse von Abenteuern, Bohemien und Sammler sowie von Handwerker, Seiltänzern und Rentnern. Erlebnisse die in jedem Fall mit besonderen und eigenartigen Gegenständen zu tun haben. Eine Sammlung von 1.062 Bierdosen oder von mehr als 800 Kuscheltieren, ein Regal voller Accessoires von der weltbekannte Puppe Barbie oder  sind ein paar Beispiele davon.
La vida de las cosas“  wurde 2015 vom bolivianischen Verlag „El Cuervo“ veröffentlicht und Anfang 2016 den Sonderpreis "Schönste Buchproduktion" von der Deutschen UNESCO-Kommission und der Stiftung Buchkunst bekommen.
„Alltägliche Dinge, Fotos und Gebrauchsgegenstände, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens zu einem Baum der Erinnerung ansammelt, bilden das zentrale Thema dieser Veröffentlichung. Das innovative Design des Buches ist geprägt von ausdrucksstarken Schwarzweißaufnahmen, die der Autor wie ein Chronist gesammelt hat und die die Bedeutung der Gegenstände für den Besitzer in den Fokus stellen. Text und Abbildungen bilden eine außerordentlich gelungene Einheit“, so wurde das Buch von der Jury der UNESCO-Kommission bewertet.
Der Preis
Der Preis wird von der Deutschen UNESCO-Kommission und der Stiftung Buchkunst in Kooperation mit dem Einladungsprogramm für Verleger der Frankfurter Buchmesse alle zwei Jahre vergeben. Seit 1991 wird dieser Sonderpreis für ein herausragend gestaltetes Buch aus einem Land mit schwierigen Produktionsbedingungen. Kriterien dafür sind unter anderem das Layout, die Grafik und die Buchverarbeitung. Der Sonderpreis ist mit 1.000 Euro dotiert und soll den Verlag oder Buchkünstler in seiner Arbeit bestätigen und zur Entwicklung der Buchkunst anregen. Der Preis ging zuletzt im Jahr 2012 nach Chile. Der Sonderpreis ist ein Beitrag zur Umsetzung der UNESCO-Konvention zur Vielfalt Kultureller Ausdrucksformen in und durch Deutschland.
Bücher aus folgenden Ländern wurden seit 1991 ausgezeichnet: Kolumbien, Indien, Jamaika, Ägypten, Simbabwe, Lettland, Russland, China, Armenien, Litauen, Weißrussland, Slowakei, Brasilien, Moldawien und Chile.

Der Verlag
El Cuervo ist ein achtjähriger Verlag, der in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Verlage Boliviens geworden ist. Das von Fernando Barrientos geleitete Verlagshaus kann man auch wie eine grundlegende Referenz für das Verständnis und Kenntnis der heutigen bolivianischen Literatur berücksichtigt werden, und ist auch ein gutes Beispiel von unabhängigen und unternehmerischen Einstellungen in der Region.
In der preisgekrönten Produktion des Buches “La vida de las cosas” haben die Designer Leandro Escobar und Paola Bacheler sowie die Fotografen A. Ayala, C. Lombardi, die Familie Galván und J.G. Estellano mitgewirkt.
Der Autor
Alex Ayala Ugarte ist ein gebürtiger Spanier, der aber ein bolivianisches Herz hat. Er war Direktor des Sonntagssupplements der bolivianischen Zeitung „La Razón“, Redakteur der Wochenzeitung „Pulso“ und Gründer von „Pie izquierdo“, die erste bolivianische Zeitschrift zum Thema narratives Journalismus.
Ayala schreibt auch regelmäßig für internationale Medien wie El País, Etiqueta Negra, El Malpensante, Emeequis, Virginia Quaterly Review, Internazionale, Esquire Latinoamérica und Anfibia. 2008 bekam er den Nationalpreis von Journalismus in Bolivien.
Quellen:

9 de septiembre de 2016

Fliegende “Cholitas” in El Alto


Mariela ist 29 Jahre alt, sie arbeitet normalerweise als Krankenschwester und ist Mutter von einem Mädchen. Wie jede andere Mama, versucht Mariela täglich, das Beste für ihre Tochter zu schaffen und das bedeutet auch, sonntags auf dem Ring zu stehen, um zu kämpfen. So gehört Mariela, eigentlich als Benita, die Unberührbare bekannt, zu den bolivianischen „Cholitas Luchadoras“ (kämpfende Cholitas), die seit 2002 eine sehr unterhaltsame und gut besuchte Wrestling-Show in einer Sporthalle von El Alto liefern.
Neben Benita, die Unberührbare ringen auch Warita, die Süße, Juanita, die Zärtliche, Yolanda, die Liebliche, Carmen Rosa, die Meisterin und eine ganze Reihe von anderen Kämpferinnen, die in traditionellen Aymara-Trachten gekleidet kämpfen, bestehend aus mehrschichtigen feinen und modischen Röcken, "Polleras" auf Spanisch, steifen und teuren Hüten, bunten und schicken Schuhe, geflochtenen Zöpfen, auffälligem Schmuck, Make-up und bestickten Schals oder „Mantas“. Für das Freistilringen tragen sie nur kostspielige und traditionelle Kleidungsstücke, nur der Hut kann –je nach Qualität– ungefähr 400 Euro kosten- denn sie zeigen mit Stolz nicht nur ihre Aymara-Herkunft sondern auch ihre Weiblichkeit. 
Die Cholitas-Wrestling-Show wird jeden Sonntag von zahlreichen einheimischen und ausländischen Touristen gesehen, die nur 70 Bolivianos (ungefähr 10 Euro) für den Transport von der Stadt La Paz bis nach El Alto, die Eintrittskarte für das Spektakel, eine Portion Popcorn, ein Getränk und ein Souvenir bezahlen. In den letzten Jahren bieten die Reisebüros, die für die Cholitas-Wrestling werben, sogar eine Reiseführung auf Englisch.
Zwischen 100 und 200 Bolivianos bekommt eine Cholita für jede Show, deshalb ist das Ringen für viele Kämpferinnen nur ein Nebenjob. Das ist auch der Fall von Carmen Rosa, die Meisterin, die ihr eigenes Lokal in der Nähe von der gelben Linie der Seilbahn in El Alto geöffnet hat. Während sie typische Gerichte wie Fricasé (eine heftige Suppe aus Schweinfleisch) oder „Ají de fideo“ (ein scharfes Nudelgericht) kocht, denkt sie oft an die flinke Haltegriffe und an die akrobatischen Sprünge die sie auf dem Ring zu fliegen bringen.
Die „Cholitas Luchadoras„ sind hauptsächlich Hausfrauen, oder Händlerinnen die sich auch in einem Verband organisiert haben. Dadurch wollen sie ihre Arbeitsbedingungen als Kämpferinnen verbessern, z.B. eine Krankenversicherung haben oder einen eigenen Ring bauen. Wie Benita, die Unberührbare sagte, „alles ist anders auf dem Ring“ und sie verwandeln sich in andere Frauen wenn sie kämpfen. So bauen sie auch ihren Stress ab.
Die „Cholitas“ kamen  zum ersten Mal in den Ring um die Männershows ein bisschen aufzuheizen. Zunächst teilten sie sich die zusätzliche Show mit catchenden Zwergen und Freakshow-Riesen. Schon bald wurden sie zum Hauptakt und degradierten, die als Superhelden verkleideten Männer, zu Warm-up-Akte. Dank der „Cholitas“ hat Wrestling in Bolivien eine ungeahnte Beliebtheit erlangt. Cholitas, deren Polleras in die Luft schweben, Aymara-Frauen die eine solche außergewöhnliche Tätigkeit üben, kann man nur in Bolivien sehen.    
Die Show
Die Kälte um 16.30 Uhr am Sonntag in El Alto spürt man sofort. Um den Ring herum, den für die Wrestling-Show in einer Sporthalle gestellt wurde, stehen drei Reihen von gelben und weißen Plastik-Stühlen. Das ist die so genannte VIP-Zone, die für die ausländischen und einheimischen Touristen reserviert wird. Das Stammpublikum sitzt ein bisschen weiter vom Ring entfernt.
Nachdem die ersten Kämpfe zwischen Männern vorbei sind, werden die Cholitas Luchadoras mit großer Neugier und Emotion erwartet. Mit dem ansteckenden Rhythmus des Morenada-Tanzes (ein typischer Folkloretanz Boliviens) und sogar von einer kleinen Tanzgruppe begleitet, kommt zunächst mal Yolanda, die Liebliche in den Ring. Sie gehört zu den Guten, das Publikum erkennt sie schon und applaudiert ihren Eintritt mit Begeisterung. Ein paar Minuten später erscheint Benita, die Unberührbare, eine der bösen Kämpferinnen, die weder Yolanda noch das Publikum mag. Ausgebuht von den Besuchern, fängt Benita mit dem Schubsen und den Tritten auf dem Ring. Die Zuschauer flattern mit jedem Sprung und Haltegriff und tatsächlich werden fliegende Cholitas auf und über dem Ring gesehen.
Die Kampfrichter werden auch Teil der Inszenierung, sie kriegen nicht nur harte Schläge von den Kämpferinnen, sondern auch die Empörung des Publikums, wenn sie unerlaubte Handlungen nicht bestrafen.
Nach ungefähr zwei Stunden Kampf, erscheinen die Cholitas Luchadoras vor einem zufriedenen Publikum und sehen wieder elegant, gut angezogen und lächelnd aus. Eine lange Schlange von Touristen wartet auf sie, sie wollen unbedingt mit den kämpfenden Stars fotografiert werden. Während der Rückfahrt nach La Paz wird nur über die fliegenden Cholitas von El Alto gesprochen, eine bolivianische Erinnerung, die bleibt. 
Quellen:

(Artículo publicado en Monatsblatt, publicación del Centro Cultural Alemán / No. 2 - 2016)

23 de marzo de 2016

Los duraznos de la ciencia



Caminar de prisa por la calle, calculando el tiempo entre una diligencia y otra, es algo de todos los días. Encontrar en medio de la carrera una tiendita de barrio que ofrece duraznos, puede que también sea algo común. Saber que tu hijo te ha reclamado ya dos veces la falta del fruto aterciopelado en el hogar, pone en duda tu deber de madre. Sostener una conversación científica con la caserita es lo que no tiene precio:

−¿A cómo tus duraznos?

−A un peso.

−Ya, voy a llevar.

−¿Cuántos?

−Diez.


Acto seguido recibo la bolsa de plástico y me arriesgo a preguntar:

−¿Me puedo escoger?

−Escoger, no. Elegir, sí.

Listo. Allí me quedé en principio sin argumento alguno para rebatir la falsa utilización de un sinónimo. Pero pronto recupero el razonamiento y de paso me sonrío:

−Pero si es lo mismo. Escoger es lo mismo que elegir.

Allí interviene la ayudanta de la casera para apoyar mi punto de vista. En voz baja le dice:

−Te está diciendo que es lo mismo, pues, elegir y escoger.

Pero la casera sabe bien de qué habla y no se deja achicopalar con cualquier clienta.

−¡No, no es lo mismo! Elegir es agarrar nomás y ya. Escoger es que estás viendo una por una las frutas y las vas metiendo a la bolsa.

¿Quién soy yo para estrellarme contra constataciones del cientificismo cotidiano de una casera hecha y derecha? ELEGÍ mis duraznos con la boca cerrada, cancelé el monto y me marché. El asunto es que mi deber de madre no habrá de quedar en entredicho.

7 de marzo de 2016

Knock-out a la boliviana



Parece increíble, pero hay un trecho en El Prado en el que no es tan fácil conseguir una fotocopiadora, especialmente al frente de la Mutual La Paz. Lo curioso es que cuando la encuentras, te topas con historias como esta.

A la altura del Edificio Hermann hay un pasillo-rampa bastante ancho que conduce hasta una tienda de ropa de segunda mano. Lo bueno es que allí, precisamente en ese lugar, puede encontrarse una fotocopiadora.

Llego a la fila y espero mi turno. El aparato está prácticamente escondido debajo de una jungla de prendas que se descuelgan desde el techo. Allí atiende una diminuta jovencita a la que apenas se le ve la cara debido a la sombra acumulada en aquel rincón. Delante de mí está una señora que acaba de recibir sus fotocopias y que, ante el precio de 30 centavos por hoja, se "medio-indigna" y le dice a la diminuta jovencita: Al frente, donde siempre fotocopio, me cobran 20 centavos por hoja. No, señora, le responde la que atiende y argumenta: Hace tiempo que la fotocopia está a 30 centavos.  La señora parece escarbar con disgusto dentro de su billetera y logra desenterrar 70 centavos. La cuenta, sin embargo, asciende a 80 centavos (por más que me parto la cabeza, no logro dar con el cálculo. ¿Por qué si fueron 3 hojas, la diminuta jovencita le cobró 80 centavos a la señora?). Y entonces llega la pregunta del millón, la señora le dice a la jovencita: ¿Te puedo dar 70 centavos? Y la respuesta llega rauda: No, señora, la fotocopia es a 30 (ya no me pregunten por el cálculo). Y la señora responde: ¡Pero por 10 centavos no te vas a volver pobre! La jovencita ni se inmuta y mientras espera los 10 centavos restantes, me pide apresurada que le pase mis originales. Entonces vuelve a la carga la señora y le dice: Sólo tengo 70 centavos, si no vas a tener que darme cambio de 10 bolivianos. Y la diminuta que responde: Está bien, le voy a dar cambio. Anverso y reverso, por favor, pido yo.

Mientras observo cómo pasan mis hojas por la fotocopiadora, la señora abre su billetera y hace la puja un poco más interesante y le dice a la jovencita: Sólo tengo 50 bolivianos, e inmediatamente le pasa el billete. La jovencita que responde: Está bien, le voy a dar cambio.  Y yo para mis adentros que digo: knock-out. Y en vista de que la hora de recoger a mis hijos llegaba sin compasión, tuve que marcharme sin haber presenciado el desenlace. Así que colorín fotocopiado, cambio de 50 en qué habrás quedado. 

(Por cierto que yo también paqué 80 centavos por tres fotocopias, pero hacer preguntas inteligentes en momentos poco oportunos puede resultar ser un tanto antipático).

Otras voces y palabras

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