27 de abril de 2010

Der Kondor fliegt vorbei: Eine unvergessliche Reise quer durch Südamerika

Um Bolivien zu bereisen braucht man nicht nur Lust sondern auch viel Fantasie. In einem Land mit mehr als einer Million km2 Fläche, das eine vielfältige Vegetation in seinen Landschaften bietet – Hochgebirge, Täler, Hochland, Tiefland und vieles mehr –, muss es ja ganz besonders schwierig sein, eine zusammenfassende viertägige Reise zu organisieren. Die Studienreisen quer durch Südamerika, die die Evangelische Erwachsenenbildung Nördlicher Schwarzwald für dieses Jahr 2010 organisiert hat, haben sich nicht nur für Bolivien entschieden, sondern auch für eine mystische und wundervolle Wegstrecke Boliviens: zu einem der größten Salzseen der Welt Salar de Uyuni im Departamento Potosí. Für diese tolle Erfahrung haben sich schon fast 50 Reisende angemeldet.


Zur Einstimmung wurde am vergangenen Mittwoch, dem 21.04.2010, ein gelungener Länderabend von der Evangelischen Erwachsenenbildung Nördlicher Schwarzwald veranstaltet und von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) gefördert, bei dem Bolivien in Mittelpunkt stand. Die Teilnehmer und zum Teil zukünftigen Reisenden hatten die Möglichkeit, die Geschichte und aktuelle Lage Boliviens kennen zu lernen, ein paar bolivianische kulinarische Spezialitäten mit Quinua zubereitet zu kosten und die betörende bolivianische Live-Musik zu genießen. Das Publikum konnte auch das berühmte bolivianische Bier Paceña sowie andere Produkte kaufen, um ein bisschen von Bolivien auszuprobieren.


Eingeladen zu dem Länderabend wurden u.a. Virginia Jepsen vom „Club Boliviano” in Stuttgart, Anja Peters vom Partnerschaftsprojekt der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg Trier mit Bolivien und bolivianische Studenten die in Karlsruhe studieren.

El Cóndor pasa


Die erste Reise quer durch Südamerika namens „El Cóndor pasa“ wird vom 15. September bis zum 25. Oktober 2010 nach Chile, Bolivien, Argentinien und Brasilien gehen, die zweite Gruppe wird am 6. Oktober und bis zum 25. Oktober die gleiche Erfahrung wiederholen. Für die Reisenden, die zum ersten Mal Bolivien betreten werden, wird die Laguna Verde/Grüner See, „die einem gigantischen Smaragd ähnelt und am Fuße des mit Eis bedeckten und über 5800 m hohen Vulkans Llicancabur liegt“ das erste und unvergessliche Bild des bolivianischen Hochlands sein. Danach kommt noch der Besuch der Laguna Colorada/Roter See, „die von verschiedenen Arten von Flamingos bewohnt wird, darunter auch die berühmten James-Flamingos“.

Die Fahrt geht weiter durch die Siloli Wüste, „wo sich vielleicht die Möglichkeit ergibt, Lamas, Vicuñas oder "Vizcachas" (ein kleines Nagetier) zu sehen“ bis zum Salar de Uyuni, „einem der größten Salzseen der Welt, der sogar aus dem All sichtbar ist. Bei Trockenheit bietet sich dem Besucher das Bild einer schier endlosen weißen Wüste. Wie Oasen wirken die Inseln mit ihren Riesenkakteen“.

Der nächste Halt ist Uyuni, das kleine Dorf in der Nähe des Salar de Uyuni auf einer Höhe von 3.670 m über dem Meeresspiegel. Danach werden die Reisenden das unglaubliche Juwel des bolivianischen Altiplano verlassen um nach Villazón zu fahren, „eine Kleinstadt mit etwa 30 Tausend Einwohnern im Departamento Potosí, direkt in der Nähe der Grenze zu Argentinien“.




Bilder und Infos: Evangelische Erwachsenenbildung Nördlicher Schwarzwald

7 de abril de 2010

Wahlergebnisse in Bolivien: Demokratisches Gleichgewicht und neue politische Aussicht

Das bolivianische Volk hat entschieden, die Demokratie hat gewonnen und das politische Gleichgewicht soll jetzt die Regionen Boliviens regieren. Die regierende Partei Bewegung zum Sozialismus/Movimiento al Sozialismus (MAS) konnte am vergangenen 4. April nicht den Wahlerfolg vom Dezember 2009 wiederholen und muss derzeit auf regionaler und auf Gemeindeebene mit der Opposition zusammen agieren. Obwohl der bolivianische Präsident Evo Morales Aima ein paar Stunden nach der ersten öffentlichen Bekanntmachung der Wahlergebnisse behauptete, dass seine Partei wieder gewonnen hat, konnten doch die Oppositionsanhänger ihren Wahlerfolg in den wichtigsten Regionen Boliviens feiern.

Den ersten Wahlergebnissen zufolge haben die MAS-Gouverneurs-Kandidaten die Wahlen in fünf der neun Departementos oder Regionen Boliviens gewonnen, nämlich in Chuquisaca (51%), La Paz (50%), Cochabamba (62%), Oruro (56%)und Potosí (63%). Momentan spricht man über einen Gleichstand zwischen den Kandidaten der MAS und der Opposition in Pando, wo die Stimmenzählung wegen Regelwidrigkeit in einigen Wahllokalen unterbrochen werden musste. In den ersten vier Regionen ist die Unterstützung der regierenden Partei im Vergleich zu den Wahlergebnissen vom Dezember 2009 trotzdem gesunken. Die Opposition hat wieder die Unterstützung der Bevölkerung in Tarija (49%), Santa Cruz (51%) und Beni (43%) bekommen, den drei Departamentos des so genannten Halbmonds/Media Luna, wo die ersten Autonomiebestrebungen zustande gekommen sind. So hat das Departamento Santa Cruz noch einmal seine führende Oppositionseinstellung bestätigt.

Die Bewegung zum Sozialismus hat auf Gemeindeebene das Bürgermeisteramt in nur drei der neun Hauptstädte Boliviens gewonnen, in Cochabamba (40%) und Pando (55%) sowie in El Alto (38%), der zweitwichtigsten Stadt im Departamento La Paz. Die Opposition gewann in Sucre-Chuquisaca (48%), La Paz (48%), Oruro (40%), Potosí (52%), Tarija (52%), Santa Cruz (54%) und Trinidad-Beni (50%). Die Wahlniederlage der regierenden Partei in Oruro und in La Paz auf Gemeindeebene ist ein besonderer Schlag für den Präsidenten Evo Morales, da diese andinen Regionen ihn seit seinem ersten Wahlerfolg im Jahre 2005unterstützt haben.

Weniger Wahlunterstützung für die regierende Partei

Im Allgemeinen hat sich die Wahlunterstützung der Bewegung zum Sozialismus landesweit reduziert, im Jahre 2009 hat die MAS 56% der Stimmen bekommen, aber in die letzten Wahlen nur 51%.

Im Jahre 2009 erreichte die Partei des Präsidenten einen historischen Wahlerfolg in La Paz mit 80% der Wählerstimmen, bei den letzten Wahlen vom 4. April bekam die Bewegung zum Sozialismus nur noch 50% Unterstützung. Obwohl diese Zahlen auch nicht so dramatisch sind, die Ergebnisse sollten die Bewegung zum Sozialismus zum Nachdenken bringen, insbesondere was ihr Verhältnis zu den anderen politischen Gruppierungen betrifft.

In Cochabamba, Oruro, Potosí, Tarija und Santa Cruz sind die Zahlen der regierenden Partei im Vergleich zu den Wahlergebnissen vom Dezember 2009 auch geringer geworden. Nur in Pando und Beni kann man von besseren Ergebnissen sprechen.

Der neue politische Protagonist auf Gemeindeebene ist die Partei Bewegung ohne Angst/Movimiento sin Miedo (MSM), deren Bürgermeisterkandidaten in La Paz und Oruro gewonnen haben. Langfristig gesehen, war die Bewegung ohne Angst die einzige politische Partei, die bessere Wahlergebnisse erhalten hat in Vergleich zu anderen Vertretern der Opposition, die nur eine regionale und sehr eingeschränkte Reichweite haben.

Neue politische Aussicht

Einer der Zwecke der Demokratie ist nicht nur die Förderung der Volksbeteiligung an den Wahlen, sondern auch dem Staat politische Stabilität zu verleihen. Diese Stabilität beruht auch auf einem politischen Gleichgewicht, das jede Art von Totalitarismus vermeiden hilft.

Die Bewegung zum Sozialismus sollte sich eine neue politische Strategie und vor allem eine neue und mehr konstruktive Einstellung überlegen, ihre Herausforderung heißt jetzt, ihre Revolution zu verwirklichen und ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren, weil Bolivien es verdient hat.

Bild: Camilo Cárdenas M./Das Zentrum von La Paz - Bolivien.
Artikel veröffentlicht in http://bolivien.mediaquell.com/

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